hallo Ahrendt - ZÜRICH - Der Seefeld Code
   
  Ahrendt
  ZÜRICH - Der Seefeld Code
 

Der Seefeld-Code

Nachdem ich ein spannend aufgemachtes Buch gelesen hatte, lehnte ich mich in meinem Sessel zurück und rief den Autor an. Ich machte mit dem Autor einen kleinen Spaziergang durch unser Quartier ab, und es erstaunte mich, welche verborgenen Geheimnisse das geschulte Auge eines Autors, dem das Enträtseln von Geheimnissen zur Passion geworden war, hier so alles zu entdecken vermochte. Mehrere Spaziergänge offenbarten, dass das Seefeld nicht nur ein beliebtes Wohnquartier ist, sondern Geheimnisse birgt, die man nur dann entdeckt, wenn man sich wirklich darauf einlässt. Vielleicht, liebe Leserinnen und Leser, entschlüsseln Sie auf den folgenden Spaziergängen den Seefeld-Code.

Wir begannen unseren Spaziergang am See entlang. Plötzlich stutzte mein Begleiter. Sein Blick fiel auf die Pyramide am See. Aufgelöst redete er auf mich ein, ob ich nicht wüsste, wessen Symbol so eine Pyramide sei. Nun war seine Aufmerksamkeit geweckt, und egal wo wir hingingen, er entdeckte versteckte Zeichen und Hinweise darauf, dass hier im Seefeld manches anders ist als man denkt. Dass hier mehr verborgen ist, als nur ein schönes Wohnquartier.

Unser Spaziergang führte uns weiter zu einem Gebäude, das meinem Begleiter sofort durch die ungewöhnliche Architektur und die zahllosen Verzierungen auffiel. Vieles deutete für ihn darauf hin, dass hier Freimaurer einen wichtigen Treffpunkt hätten haben können. Die Verzierungen an den Mauern, die Fenster, die verwinkelten Räume. Und auch die ungewisse Zukunft dieses Hauses, das einem Adam Weishaupt gefallen hätte, ist wohl nur ein Indiz dafür, dass es mehr als nur ein verspieltes Gebäude ist.

Auf einem weiteren Spaziergang am See entlang entdeckte mein Begleiter eine Skulptur: Metall, alles bewegt sich. Ein Mobile, das sich unterunterbrochen bewegt, verändert und so einen mehr als deutlichen Hinweis auf die unendliche Bewegung und Veränderung der Welt darstellt. Mein Begleiter erkannte hier sofort die Kritik an den starren Dogmen der Kirche, der Unveränderlichkeit der Welt und den geheimen Aufruf, die Technik und Dynamik, die Wissenschaft anzuerkennen und sich abzuwenden von aufdoktrinierten Glaubensbekenntnissen. Zudem liegt sie in einer geraden Luftlinie zu der vorhin erwähnten Villa. Alles deutet auch hier auf einen verborgenen Plan hin.

Ein nächster Spaziergang brachte uns zu einer weiteren Ecke des Dreiecks der imaginären Luftlinien. Ein Garten, der den Gärten chinesischer Weisen nachempfunden ist, zog meinen Begleiter in seinen Bann. Gerade die asiatischen Lehren, die in so Vielem im Widerspruch zu kirchlichen Traditionen und Vorstellungen stehen, haben hier eine Nische gefunden, in der sich Anhänger dieser Lehren ungestört treffen können und gleichzeitig eine geheime Herausforderung an die Anhänger ewig gestriger Werte darstellen. Dass alles versteckt hinter Mauern und kaum einsehbar ist und dass der Eintrittspreis für diesen kleinen Garten doch sehr hoch ist, war dem Autor ein Beleg dafür, dass nur Eingeweihte diesen Tempel betreten sollten.

Ein vierter Spaziergang brachte uns zur vierten!! Ecke des Vierecks, das unser Quartier für meinen Geheimnisforscher so aufregend machte. Der botanische Garten. Genau hier an der vierten Ecke des vierten Spaziergangs, nach dem vierten Bier ,entdeckten wir die zentrale Botschaft des Bundes. Pflanzen aller Gattungen in einer üppigen Pracht. Mahnmal des Lebens. Ein Quell des Werdens, des Wachsens, der unbändigen Lebenskraft. Der Begriff der «ewigen Blumenkraft» der Illuminaten, die sich nach dem Krieg in Zürich gegründet haben, findet hier einen subtilen, aber dennoch prächtigen Ausdruck.

Nun fehlte uns nur noch der fünfte Punkt des Seefelder Pentagramms. Wir machten uns auf die Suche. Und auf dem nächsten Spaziergang fanden wir ihn. Heute kaum noch zu erahnen, doch eindeutig ist die Kraft, die von diesem Ort ausgeht: Der ursprüngliche Tempel der Loge. Heute steht er zwar nicht mehr an seinem Platz, sondern befindet sich auf dem Lindenhof, aber hier an diesem fünften Punkt, in der Mainaustrasse, begann die Geschichte der Zürcher Logen, die noch heute ein aktives Dasein führen und ihre Aktivitäten im world wide web, www (übrigens eine Entwicklung des CERN, eines internationalen Forschungszentrums in der Schweiz, dass in den Büchern meines Begleiters immer wieder auftaucht) veröffentlichen.

Nun musste ich mich allerdings wieder von meinem neuen Bekannten, dem Autor geheimnisvoller Lehren, Sekten und Bünde, verabschieden. Voll mit Eindrücken über ein derart geheimnisvolles Quartier fuhr er nach Hause, um sich an seinen nächsten Roman zu machen.

 


 
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