hallo Ahrendt - Buchmarkt + Verlage
   
  Ahrendt
  Buchmarkt + Verlage
 

Der Buchmarkt gliedert sich vertikal in den herstellenden Buchhandel (Verlage), den Zwischenbuchhandel (Auslieferungen und Barsortimente) und den verbreitenden Buchhandel (Sortimentsbuchhandel, Versandbuchhandel etc).

Verlage
Verlage sind wirtschaftliche Unternehmen, die sowohl aus ökonomischen als auch aus kulturellen Gründen Bücher und verwandte Medien vervielfältigen und verbreiten. Zu den verwandten Medien gehören auch Zeitschriften, Hörbücher, Kalender etc.

Die Stellung des Verlages im Buchmarkt.
Der Verlag arbeitet intern und extern mit unterschiedlichen Partnern (Autoren, Druckerei, Binderei, Buchhandel etc.) zusammen. Dabei werden angebotene oder in Auftrag gegebene Manuskripte oder Bildwerke drucktechnisch gestaltet, produziert oder zur Ausführung externen Druckereien übertragen und vor allem über den Zwischen- und Buchhandel vertrieben.

Programmpolitik
Das Denken in Programmen ist für Verlage wichtig. Erfolgreiche Einzeltitel sind meist eine Folge klarer und zielgruppenorientierter Programmpolitik. Erfolgreichen Verlagen gelingt es, durch ein stimmiges und profiliertes Programm, gegenüber Handelspartnern und Endkunden ein klares Image zu erarbeiten. 
Die Programmpolitik ist eng mit dem Erscheinungsbild des Verlages nach aussen verknüpft. Hier entscheidet sich, mit welchen Themen welche Zielgruppe auf welche Art angesprochen werden soll.

Verlagsaufbau
Für die Produktion und den Vertrieb von Büchern sowie für den allgemeinen Geschäftsgang eines Verlages sind die unterschiedlichsten Aufgaben zu erfüllen. Diese werden in den verschiedenen Verlagsabteilungen erledigt. Je nach Grösse eines Verlages werden alle Abteilungen mit einer oder mehreren Personen besetzt oder verschiedene Aufgabenbereiche von je einer Person in Personalunion betreut. In Verlagen arbeiten neben der

Verlagsleitung, die die Verlagsgeschäfte führt und alle Fäden in der Hand hält,

das Lektorat, das mit der Beschaffung, Beurteilung und Bearbeitung von Manuskripten beschäftigt ist und die Programmpolitik des Verlages mitbestimmt,

die Herstellungsabteilung, die für die gesamte materielle Produktion der Bücher, der Werbemittel und die Kalkulation der Bücher und Medien verantwortlich ist,

die Marketingabteilung, die den Vertrieb, den Verkauf und die Verkaufsförderung der Bücher organisiert sowie die Werbung, um die Nachfrage bei der Zielgruppe zu schaffen und das PR, das in der Pressearbeit und der Pflege der Medienkontakte besteht, macht,

die Rechtsabteilung, deren Aufgabe im Beschaffen (Einkauf) und Verkauf von Lizenzen und Rechten besteht und

die Buchhaltung für die Rechnungskontrolle, die Zahlungsein- und ausgänge, die Bilanzen und die laufende Buchhaltung und

durch das Sekretariat, in dem alle Fäden zusammenlaufen und in dem Kommunikation, Korrespondenz, Terminverwaltung und -kontrolle geführt wird, koordiniert.

 

Buchhandel
Um auf dem Buchmarkt bestehen zu können, ist es für den Sortimentsbuchhandel notwendig, sich von allen anderen Anbietern qualitativ zu unterscheiden. Diese Unterscheidung ist die so genannte strategische Erfolgsposition, SEP, und berücksichtigt die Sortimentsbreite und –tiefe (die genau auf das angestrebte Publikum zugeschnitten ist) die Einkaufs- und Lagerpolitik (die darauf angelegt ist, die Bedürfnisse der Kunden hervorragend zu befriedigen), die Präsentation und den aktiven Verkauf des Angebots an die Zielgruppe.

Mittlerweile können Kunden ihre Bücher überall kaufen. Allerdings unter verschiedenen Bedingungen. Der Mediendetailhandel, vor allem Buchklubs, bietet Bücher in erster Linie als Aktionsware zu Sonderpreisen und im Stapel an. Hier wird abverkauft, was am Lager ist und die Kunden werden per Selbstbedienung abgefertigt. Es wird nicht nachbestellt oder besorgt und erst recht nicht beraten.

Im branchenfremden Detailhandel sind es vor allem Kaufhäuser und Kioske, Buchverkaufsstellen in Museen, Post o.ä., die mit ausgewählten Büchern das Geschäft machen. Hier wird auf einige wenige gängige Titel gesetzt, die keinen Beratungsaufwand verlangen. Beratung oder Besorgung findet auch hier nicht oder nur sehr eingeschränkt statt. Daneben entdecken immer mehr Fachgeschäfte unterschiedlichster Art das Buch als ein Produkt lukrativen Zusatzverkaufs. So bieten mittlerweile Sportgeschäfte, Einrichtungshäuser, selbst Boutiquen oder Lebensmittelgeschäfte, Bücher als ergänzenden Zusatzverkauf an.

Die Kernkompetenzen von Buchhändlern
Nur der Sortimentsbuchhandel hat durch die Beherrschung der verschiedenen Nachschlagewerke, das Bibliografieren, die Möglichkeit jedes Buch zu ermitteln.

Nur der Sortimentsbuchhandel kann seinen Kunden eine Beratung über das Programm, Neuerscheinungen und Standardliteratur der Verlage bieten, da er über die entsprechenden Kataloge, Kenntnisse und Erfahrungen verfügt.

Nur der Sortimentsbuchhandel ist über seine verschiedenen leistungsfähigen Bezugswege fähig, jeden Kundenwunsch durch Besorgung jedes Titels zu befriedigen.

Der Sortimentsbuchhandel zeichnet sich vor den anderen Buchverkaufsstellen durch seine Sortierung aus. Auch im Sortimentsbuchhandel existieren unterschiedliche Anbieter. Zum einen die reinen Fachbuchhandlungen, die sich auf ein bestimmtes Gebiet (Reise, Recht, Kunst, Kinderbuch, Wirtschaft etc.) spezialisiert haben, zum anderen der Versandbuchhandel, der als Fachhändler heute immer mehr als Internethandel arbeitet. Hier ist die Sortimentsbreite zum grossen Teil nicht sehr ausgeprägt, allerdings ist die Sortimentstiefe oft hervorragend. Mittlerweile haben sich jedoch auch Internetbuchhandlungen mit allgemeinem Sortiment etabliert (Amazon).

Der Mediendetailhandel wird in der Schweiz durch verschiedene Unternehmen repräsentiert. Ex Libris betreibt als stationäre Handelskette rund 115 Filialen, dem Bertelsmann-Konzern und Weltbild gehören Buchclubs in der Schweiz. Diese Unternehmen halten zusammen einen Marktanteil von mehr als zehn Prozent. Beide Gruppen vertreiben neben Büchern auch CDs, Videocassetten, DVDs und andere Waren. Sie besorgen ihren Kunden aber selten Bücher, die sie nicht im Sortiment haben.

Neben den bekannten Verkaufsstellen des Sortimentsbuchhandels vertreiben 15.000 bis 20.000 branchenfremde Verkaufsstellen auch Bücher. Zum einen führen Grossverteiler, Warenhausketten und Supermärkte jeweils einige Dutzend gut gehende Titel (oft Bestseller im Taschenbuchformat) in ihrem Sortiment. Daneben verkaufen Kioske und Tankstellen Taschenbücher, Strassenkarten, Kalender u.a. Jedes Detailhandelsgeschäft in der Schweiz zählt als Buchverkaufsstelle, wenn es passend zum Sortiment auch noch Fachliteratur anbietet. Der Marktanteil der branchenfremden Verkaufsstellen liegt bei ca. 17 Prozent.


 
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